Mikrophtalmie (MO)

Allgemeines

Die bei Texelschafen auftretende Kleinäugigkeit (Mikrophtalmie) ist eine Erbkrankheit, die zu einer vollständigen Erblindung der Lämmer führt. Erkrankte Lämmer zeigen stark verkleinerte Augäpfel auf beiden Seiten und sind von Geburt an blind. Sie können in der Herde ihre Mutter nicht finden. Um sie am Leben zu halten benötigen sie eine individuelle Versorgung. In der Praxis, vor allem in großen Schäfereien ist dies selten möglich, daher verenden die Lämmer oft.

Anhand eines Gentests kann bestimmt werden, ob ein Tier Träger der Mutation (Anlageträger) oder erbgesund ist. Bei Mikrophtalmie (MO) handelt es sich um eine rezessive Erbkrankheit. Nur reinerbige Tiere erkranken, das heißt beide Elterntiere müssen Anlageträger sein. Mischerbige (MOC) Tiere sind gesund. Allerdings können heterozygote Tiere, die Mutation an ihre Nachkommen weitergeben. Wird ein MOC Schaf mit einem erbgesunden (MOF) Schaf verpaart liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Mutation an die Nachkommen weitervererbt wird, bei 50 %. Bei der Verpaarung von zwei anlagetragenden Schafen liegt sie noch höher und 25 % der Nachkommen erkranken. Im Rahmen der Herdengesundheit sollte daher darauf geachtet werden nur MOF Schafe bei der Zucht einzusetzen.

Unser Service

Die Mikrophtalmie wird durch eine Mutation im PITX3 Gen verursacht. Aus dem eingesandten Probenmaterial wird die DNA isoliert und mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) vervielfältigt. Anschließend wird mittels Sequenzierung die Basenabfolge der vervielfältigten DNA bestimmt. Dadurch läßt sich erkennen ob eine Mutation vorliegt (MO-Carrier, Anlageträger) oder nicht (MO-Frei, erbgesund).

Aus der gewonnenen DNA können weitere genetische Untersuchungen durchgeführt werden. Auch bei uns bereits eingelagerte DNA-Proben (z. B. im Rahmen der Scrapie- oder Abstammungsuntersuchung) können für den Test verwendet werden. Eine erneute Probennahme ist nicht nötig.

Geeignetes Probenmaterial

Für die Untersuchung im Labor eignet sich am besten eine TypiFix®-Ohrgewebeprobe, die mit einer TypiFix®-Spezialohrmarken entnommen wurde. Aufgrund der einfachen Handhabbarkeit kann die Beprobung vom Tierhalter selbst durchgeführt werden. Die mittels TypiFix® gewonnenen Proben werden automatisch konserviert und können bei Umgebungs- bzw. Raumtemperatur gelagert (mehrere Wochen) und transportiert werden. Es ist also keine Gefrierlagerung oder Kühlung erforderlich, dies erleichtert die Logistik bei Probensammlung und -transport enorm. Ausfälle in der Analytik aufgrund von verdorbenem Probenmaterial werden vermieden. Der Tierhalter kann also selbst die Proben schnell und einfach nehmen, sammeln und in einem wattierten Umschlag per Post ins Agrobiogen Labor einschicken.
Blutproben müssen von einem Tierarzt gewonnen werden und vor allem im Sommer, auch während des Transports, gekühlt werden. 5 mL EDTA-Blut (kein Serum!) sind für die Analyse ausreichend. Bitte beachten Sie unser Merkblatt "Anforderungen an das Probenmaterial".

Untersuchungsdauer

Die Ergebnisse liegen in der Regel nach 5 spätestens nach 10 Arbeitstagen vor.

Preis

Ab 17,50 €

Kontakt

AGROBIOGEN GmbH
Diagnostik / Genotypisierung
Dr. Monika Leder
Larezhausen 3
D-86567 Hilgertshausen

Tel: +49 (0) 8250-9279040
Fax: +49 (0) 8250-9279049
Email: service1@agrobiogen.de