Scrapie Resistenz

 Allgemeines

Scrapie, die Traberkrankheit bei Schafen und Ziegen, ist eine übertragbare und langsam tödlich verlaufende Erkrankung des Gehirns und gehört wie BSE zu den Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien (TSE). Als infektiöses Agens wird ein krankhaft verändertes intrazellulär schwer abbaubares Prion-Protein (PrPScrapie) angesehen. Nach der Prionentheorie rufen einmal veränderte Prion-Proteine auch eine Änderung der gesunden natürlich in der Zelle vorkommenden Prion-Proteine (PrPC) hervor und führen dadurch zur Schädigung der Nervenzellen. Die natürliche Übertragung erfolgt durch orale Aufnahme von Nachgeburt / Fruchtwasser / kontaminiertem Wasser / Futter. Kontaminierte Weiden und Stallungen bleiben lange infektiös. Der Übergang des Erregers auf das Rind wird als Ursache für das Auftreten der BSE angesehen. Umgekehrt kann der BSE-Erreger, das krankhaft veränderte Prion-Protein des Rindes, experimentell über das Futter auf Schafe übertragen werden. 2005 wurde der BSE-Erreger erstmals bei einer Ziege, die auf natürliche Weise infiziert wurde, festgestellt.
BSE und Scrapie rufen im Schaf die gleichen Krankheitssymptome hervor. Erkrankt ein Schaf, kann nicht (nur in einem 2 Jahre dauernden Mäuseversuch) zwischen einer Scrapie und einer für den Menschen gefährlichen BSE Infektion unterschieden werden.
Mutationen an den Positionen 136, 154 und 171 im Prion-Protein Gen des Schafes bewirken den Austausch von Aminosäuren des natürlich in der Zelle vorkommenden Prion-Proteins, dadurch kann es durch den Scrapie- oder BSE-Erreger nicht oder nur verlangsamt zu einer krankhaften Variante verändert werden. Mutationen im Prion-Protein Gen führen zu erhöhter Resistenz oder Empfänglichkeit beim Schaf gegenüber dem infektiösen Scrapie-Prion-Protein (BSE-Erreger).
Folgende Kombinationen der AS-Varianten an den Positionen 136,154 und 171 sind bislang aufgetreten:

Beim ARK Allel, das vor allem bei Bergschafen auftritt, und beim TRQ Allel kann bislang keine Aussage über den Einfluß auf die Resistenz bzw. die Empfändlichkeit getroffen werden.

Durch die Analyse der Erbsubstanz kann bei jedem Tier untersucht werden welche Varianten des Prion-Proteins vorliegen und somit das individuelle Risiko eines Schafes durch infektiöses Prion-Protein zu erkranken bestimmt werden.

Qualitätssicherung

AGROBIOGEN GmbH ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2000 und hat erfolgreich am ersten internationalen Ringtest für Scrapie-Resistenz Genotypisierung der International Society of Animal Genetics (ISAG) 2004 teilgenommen. Dieser Ringtest wird vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft als das wesentliches Qualitätskriterium für Diagnostiklabors betrachtet.


Unser Service

Die Scrapie-Resistenz Genotypisierung erfolgt bei Agrobiogen mittels Sequezierung. Zuerst wird das  Prionprotein-Gen in vitro mittels der Polymerasekettenreaktion (PCR) vervielfältigt. Anschließend wird die Basenabfolge / Zusammensetzung (Sequenz) der vervielfältigten Erbsubstanz (DNA) mittels Sequenzierung bestimmt. So werden wesentlich mehr genetische Informationen gewonnen. Dies ermöglicht ohne Mehraufwand die sichere Erkennung von seltenen Mutationen wie z.B. die T-Variante des Codons 136 und die K-Variante des Codons 171. Aus den DNA-Sequenzinformationen wird der Genotyp ermittelt und das Tier einer Genotypklasse zugeordnet.


Geeignetes Probenmaterial


Für die Untersuchung im Labor eignet sich am besten eine TypiFix®-Ohrgewebeprobe, die mit einer TypiFix®-Spezialohrmarken entnommen wurde. Aufgrund der einfachen Handhabbarkeit kann die Beprobung vom Tierhalter selbst durchgeführt werden. Die mittels TypiFix® gewonnenen Proben werden automatisch konserviert und können bei Umgebungs- bzw. Raumtemperatur gelagert (mehrere Wochen) und transportiert werden. Es ist also keine Gefrierlagerung oder Kühlung erforderlich, dies erleichtert die Logistik bei Probensammlung und -transport enorm. Ausfälle in der Analytik aufgrund von verdorbenem Probenmaterial werden vermieden. Der Tierhalter kann also selbst die Proben schnell und einfach nehmen, sammeln und in einem wattierten Umschlag per Post ins Agrobiogen Labor einschicken.
Blutproben müssen von einem Tierarzt gewonnen werden und vor allem im Sommer, auch während des Transports, gekühlt werden. 5 mL EDTA-Blut (kein Serum!) sind für die Analyse ausreichend. Bitte beachten Sie unser Merkblatt "Anforderungen an das Probenmaterial".


Untersuchungsdauer


Die Ergebnisse liegen in der Regel nach 5 spätestens nach 10 Arbeitstagen vor.


Preis

Auf Anfrage.
K- und T-Variante werden ohne Mehrkosten analysiert.


Kontakt

AGROBIOGEN GmbH
Diagnostik / Genotypisierung
Dr. Monika Leder
Larezhausen 3
D-86567 Hilgertshausen

Tel:  +49-(0)8250-9279040
Fax: +49-(0)8250-9279049
Email: service1@agrobiogen.de