Schaf

Scrapie Resistenz

Allgemeines

Scrapie, die Traberkrankheit bei Schafen und Ziegen, ist eine übertragbare und langsam tödlich verlaufende Erkrankung des Gehirns und gehört wie BSE zu den transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE). Als infektiöses Agens wird ein krankhaft verändertes intrazellulär schwer abbaubares Prion-Protein (PrPScrapie) angesehen. Nach der Prionentheorie rufen einmal veränderte Prion-Proteine auch eine Änderung der gesunden natürlich in der Zelle vorkommenden Prion-Proteine (PrPC) hervor und führen dadurch zur Schädigung der Nervenzellen. Die natürliche Übertragung erfolgt durch orale Aufnahme von Nachgeburt / Fruchtwasser / kontaminiertem Wasser / Futter. Kontaminierte Weiden und Stallungen bleiben lange infektiös. Der Übergang des Erregers auf das Rind wird als Ursache für das Auftreten der BSE angesehen. Umgekehrt kann der BSE-Erreger, das krankhaft veränderte Prion-Protein des Rindes, experimentell über das Futter auf Schafe übertragen werden. 2005 wurde der BSE-Erreger erstmals bei einer Ziege, die auf natürliche Weise infiziert wurde, festgestellt.

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Mikrophthalmie (MO)

Allgemeines

Die bei Texelschafen auftretende Kleinäugigkeit (Mikrophthalmie) ist eine Erbkrankheit, die zu einer vollständigen Erblindung der Lämmer führt. Erkrankte Lämmer zeigen stark verkleinerte Augäpfel auf beiden Seiten und sind von Geburt an blind. Sie können in der Herde ihre Mutter nicht finden. Um sie am Leben zu halten benötigen sie eine individuelle Versorgung. In der Praxis, vor allem in großen Schäfereien ist dies selten möglich, daher verenden die Lämmer oft.

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Spider Lamb Syndrom (SLS)

Allgemeines

Das Spider Lamb Syndrom (SLS) ist eine genetisch bedingte Erkrankung des Schafes, die Skelettdeformationen bei Lämmern hervorruft. Es sind vor allem Suffolk und Hampshire Schafe betroffen. SLS ist eine genetisch rezessive Erkrankung, das bedeutet, dass ein erkranktes Lamm zwei Kopien des defekten Gens (eines von der Mutter und eines vom Vater) geerbt haben muss. Ein Schaf, das nur eine Kopie des defekten Gens trägt, erkrankt nicht, ist aber Anlageträger und kann bei Anpaarung mit einem Anlageträger erkrankte Nachkommen erzeugen.

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Abstammung

Ausgelöst durch den BSE-Skandal und die damit verbundenen Probleme, die Herkunft von Fleisch und -produkten aus unbelasteten Betrieben zu sichern wurde eine EU weite Kennzeichnungspflicht eingeführt. Ein im Rahmen der Herkunftssicherheit auftretendes Problem ist die zumindest stichprobenartig notwendige Überprüfung der Richtigkeit der das Endprodukt kennzeichnenden Angaben. Das TypiFix™-System ermöglicht es, die von Produzenten, Verarbeitern und Vermarktern gemachten Angaben über den Nachweis der genetischen Information unabhängig zu prüfen, indem der "genetische Fingerabdruck" der Probe des lebenden Tieres mit dem "genetischen Fingerabdruck" des Produktes (Fleisch und Wurstwaren) verglichen wird.

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Schmallenberg-Virus (SBV)

Allgemeines

Erreger dieser bei Wiederkäuern (Rind, Schaf, Ziege) auftretenden viralen Infektionskrankheit ist das umhüllte, einsträngige RNA-Virus mit segmentiertem Genom. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier gilt als unwahrscheinlich, eine vertikale Übertragung vom Muttertier auf den Fötus ist jedoch möglich. Erwachsene Rinder zeigen eine kurz klinische Phase mit verringerter Milchleistung, Durchfall und hohem Fieber.

Die Symptome dieser Infektion sind bei Schafen häufig Mattigkeit und Durchfall. Je nach Infektionszeitpunkt während der Gravidität kommt es zum Verlust des Embryos, Mumifizierungen, Aborten, Totgeburten oder kongenitalen Missbildungen. Die Übertragung dieser Tierseuche besteht durch die Stechmücken der Gattung Culicoides (= Gnitzen).
Wir untersuchen auf SBV - zur Abschätzungen, Ausbreitung, Überwachung, bei Verdacht einer SBV-Erkrankung, die meldepflichtig ist. Unabhängig vom Alter der Tiere (Rinder, Schafe, Ziegen) - erforderlich auch zur Einfuhr-/ Ausfuhr- Kontrolle von Nutztieren, Sperma-Produzenten aus Samen-Banken.

In Bayern können Landwirte selbst entscheiden, in welchem Labor sie diese Untersuchung veranlassen.

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BTV-Blauzungenkrankheit (Bluetongue Virus)

Allgemeines

Der Erreger dieser bei Wiederkäuern (Rind, Schaf, Ziege) auftretenden viralen Infektionskrankheit ist ein doppelsträngiges RNA-Virus, wovon derzeit mind. 25 Serotypen bekannt sind. Bei den in Mitteleuropa beobachteten Ausbrüchen dominiert Serotyp 8. Aber auch Serotyp 4 hat zunehmende Bedeutung am Ausbreitungsgeschehen. Die Krankheitssymptome sind vor allem beim Schaf sehr auffällig, in schweren Fällen tritt eine Schwellung und Blaufärbung der Zunge auf.

Die Übertragung dieser Tierseuche erfolgt durch Stechmücken der Gattung Culicoides (= Gnitzen). Wir untersuchen auf BTV zur Abschätzung, Ausbreitung, Überwachung und bei Verdacht einer BTV-Erkrankung, die immer anzeigepflichtig ist. Die Erkrankung tritt unabhängig vom Alter der Tiere

(Rinder, Schafe, Ziegen) auf.

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