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Genotypisierung Scrapieresistenz bei Ziegen

November 2018

Schafe können unter bestimmten Voraussetzungen über Ländergrenzen hinweg verbracht werden. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Tiere dahingehend gezüchtet werden können, dass sie eine stark verringerte Empfänglichkeit haben an Scrapie zu erkranken. Die Höhe der Empfänglichkeit bzw. Resistenz spiegelt sich in entsprechenden Genotypen im Prionprotein-Gen wider. Diese Genotypen können in Laboranalysen getestet werden. In der Regel wird beim Vorliegen des ARR/ARR-Genotyps (G1) eine Exportbescheinigung des Veterinäramtes ausgestellt. Für Ziegen benennt die EU-Verordnung Nr. 999/2001, die auf die Eindämmung und Kontrolle transmissibler spongiformer Enzephalopathien (TSE) zielt, keine Genotypen, die für eine Resistenzzucht berücksichtigt werden könnten, weil damals keine ausreichenden Forschungsergebnisse zur Verfügung standen. In den folgenden Jahren sind international Forschungsprojekte initiiert worden, auf deren Grundlage wir heute Ausprägungen (Allele) kennen, die auch in der Ziege das Risiko einer Scrapieinfektion deutlich senken und somit in der Resistenzzucht berücksichtigt werden können. Als am effektivstem bei vielen Rassen hat sich das Codon 222 im Prionprotein-Gen herausgestellt. Weitere vielversprechende Genorte sind die Codone 146 und 154, die teilweise stark rasseabhängig sind (siehe dazu „Scrapie Resistenz Ziege“). Wir gehen davon aus, dass inzwischen EU- bzw. Bundesbehörden an einer entsprechenden Verordnung zur Resistenzzucht arbeiten, die den innergemeinschaftlichen Ziegenhandel erlaubt und damit die Isolation von Herden/Populationen beendet. Dafür bieten wir einen Test für die Codone 222 und 146 an, ähnlich dem bekannten Test für Schafe. Obwohl nach unserem Kenntnisstand die in Mitteleuropa üblichen Ziegenrassen keine günstigen Allele im Codon 154 haben, können wir auf Kundenwunsch oder falls eine zukünftige Verordnung dieses Codon berücksichtigt ebenfalls den entsprechenden Test durchführen.

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Michael Karl

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