Ziege

Scrapie Resistenz

Hintergrund

Scrapie, die sogenannte Traberkrankheit bei Schafen und Ziegen, gehört in dieselbe Gruppe von Erkrankungen des Gehirns wie beispielsweise BSE beim Rind und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen. Scrapie ist eine ansteckende Krankheit, die zwangsläufig zum Tod des Tieres führt. Die Übertragung kann durch Fressen der Nachgeburt, Aufnehmen von Fruchtwasser, verunreinigtem Trinkwasser oder Futter erfolgen. Kontaminierte Weiden und Ställe bleiben lange infektiös. Bei der Krankheit spielt das natürliche Eiweißmolekül Prion-Protein im Gehirn eine wichtige Rolle. Verschiedene Formen des Prion-Proteins bewirken eine unterschiedliche Empfänglichkeit bei Kontakt mit dem Krankheitserreger an Scrapie zu erkranken. Dadurch ist es möglich, gegen Scrapie weniger empfängliche bis resistente Tiere zu züchten. 

Unser Service

Durch die Analyse der Erbsubstanz (das Prion-Protein-Gen) kann bei jedem Tier untersucht werden, welche Varianten des Prion-Proteins vorliegen und somit das individuelle Ansteckungsrisiko eines Tieres eingeschätzt werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte kürzlich ein Expertengremium mit einer umfassenden Erarbeitung des Standes der Wissenschaft zur Scrapieresistenz bei Ziegen beauftragt. Das Ergebnis ist unter dem Titel „Genetic resistance to transmissible spongiform encephalopathies (TSE) in goats“ in der Zeitschrift „EFSA Journal“ veröffentlicht worden. Darauf basierend bieten wir einen genetischen Test für die Codone 222 und 154 an, ähnlich dem bekannten Test für Schafe (G1 – G5). Obwohl die zukünftige (behördliche) Verwendung des Codons 154 nicht sicher ist, weil die Daten im Moment dazu nicht ausreichend sind, zeichnet sich in diesem Codon eine Resistenz gegen atypische Scrapie ab, was die generelle Wirksamkeit einer Resistenzzucht erweitern würde, weil gerade in Deutschland atypische Scrapie verbreitet ist. Der Artikel des Gremiums erwähnt außerdem das Codon 146 als wirksam. Da aber nach unserem Kenntnisstand die in Mitteleuropa üblichen Ziegenrassen keine günstige Ausprägung (Allel) im Codon 146 haben, bieten wir dazu primär keinen Test an. Auf expliziten Kundenwunsch oder falls eine zukünftige offizielle Regelung dieses Codon berücksichtigt, können wir aber einen bereits etablierten Test durchführen.

Bei der Ziege können wir die Untersuchung mit Gewebe-, Blut- und Spermaproben durchführen!

Wichtige Dokumente

Das entsprechende Antragsformular finden Sie hier: 

pdfAuftrag zur Genotypisierung Ziege

Wie Sie geeignetes Probenmaterial einschicken, lesen Sie bitte hier:   pdfMerkblatt "Anforderungen an das Probematerial"